Allgemeines zur IFP

Wozu dient die Integrierte Finanzplanung

Ziel der Integrierten Finanzplanung (im Folgenden IFP) ist, den Planungs- bzw. Forecasting-Prozess in Unternehmen zu unterstützen. Dabei ist es die Kernfunktion einer IFP, die betriebswirtschaftlichen Logiken strukturell abzubilden und dem Anwender ein Modell zur Verfügung zu stellen, das geplante Geschäftsvorfälle bzw. Planungsprämissen in ein valides Planungsergebnis umsetzt.

Dieses Planungsergebnis besteht aus einer Planerfolgsrechnung (GuV), Planbilanz und einer Planliquiditätsrechnung. Dabei folgen GuV und Bilanz weitgehend den buchhalterisch vorgegeben Strukturen bzw. Taxonomien (Kontenrahmen). Dies ist vor dem Hintergrund bedeutsam, dass eine Planung meist auf einem aktuellen IST-Stand aufsetzt.

Abgrenzung zur operativen Unternehmensplanung

Aus dieser engen Verknüpfung mit den buchhalterischen Strukturen folgt, dass eine integrierte Finanzplanung im Kern ausschließlich auf monetären Werten basiert (ähnlich wie Buchungsätze in der Buchhaltung).

Die operative Planung der Anwender erfolgt dagegen sehr oft in praktischen Größen/Einheiten (z.B. Absatzplanung in Stück, Personalplanung in Stellen …).

Diese werden auch operativ meist bewertet (z.B. Preis zum Absatz bzw. Personalkosten/Stelle). Daraus folgt, dass es eine Vielzahl operativer Einzelpläne geben kann, die in Gesamtheit die Unternehmensplanung abbilden. Die IFP grenzt sich hier insoweit ab, als dass nur die monetär bewertenden Endergebnisse der Einzelpläne berücksichtigt werden, insoweit differenziert, wie es für die betriebswirtschaftliche Logik notwendig ist.

Darüber hinaus lassen sich operative Teilpläne in der Seneca Controlling Software parallel abbilden. Diese sind modelltechnisch als Module zu betrachten, die im Endergebnis monetäre Werte in die IFP einspielen. Aus Gründen der Integrität des Modells sollte darauf geachtet werden, dass sämtliche operative Berechnungen mit entsprechenden Querbeziehungen (z.B. Wareneinsatzplanung in Abhängigkeit des Absatzes) außerhalb des IFP Modells erfolgen. Des Weiteren erfolgt auch die Darstellung von kostenstellenbezogenen Planungen als Detailplanung.

Abgrenzung der Datenebenen (IST, PLAN, FORECAST)

Im Planungsprozess spielen unterschiedliche Datenebenen eine Rolle.

Basis unseres Planungsprozesses sind dabei die IST-Daten aus der Buchhaltung. Beim Aufsetzen eines Planungssystems ist dabei der Qualität der IST-Daten höchste Priorität zu geben.
Wichtige Aspekte dabei:

  1. Definition des Kontenrahmens (Standardkontenrahmen oder Individualkontenrahmen)
  2. Abschlussfristen (zu welchem Zeitpunkt wird eine Periode (Monat) abgeschlossen)

Das Thema Plandaten ist im Vergleich dazu differenzierter zu betrachten.
Hier ist zwischen einem dynamischen Plan, der unterjährig angepasst wird, um laufend das Periodenziel zu prognostizieren, und einem festgeschriebenen Plan zu einem Stichtag zu unterscheiden.

Erstere Planvariante, im folgenden Forecast oder FC genannt, zeichnet sich dadurch aus, dass dieser Plan laufend aktualisiert wird. Zum einen wird dieser Plan laufend mit IST-Daten aus abgeschlossenen Monaten überschrieben. Zum anderen bietet er die Möglichkeit, die Werte im Planungshorizont laufend anzupassen.

Der planende Anwender verfügt im Planungsprozess über immer genauere Informationen gegen Ende des Planungshorizonts und kann daher auf unternehmerische Entwicklungen reagieren und entscheiden, ob alte Planungsannahmen bestehen bleiben oder überarbeitet werden müssen. Der Planungsprozess ist hier auch nicht zwangsläufig an Perioden oder definierte Planungszeiträume gebunden.

Der Budgetierungs-und Finanzierungsprozess in den Unternehmen verlangt es jedoch, dass Planungen zu einem bestimmten Zeitpunkt festgeschrieben (committed) werden. Dabei werden die Planungen auf einem definierten IST-Stand aufgesetzt und Planungsannahmen getroffen. Diese und die resultierenden Planzahlen werden festgeschrieben. Damit steht das Budget für die definierte Planungsperiode.

Damit sind Budget und Forecast zu Anfang des Planungsprozesses deckungsgleich.
Die praktische Vorgehensweise lässt es daher sinnvoll erscheinen, das Aufsetzen des Budgets als Forecast erfolgen zu lassen, dessen Annahmen und Grundlagen für die Planperiode festgeschrieben werden.

In kleineren Unternehmen wird aus Ressourcengründen oft auf einen laufenden Forecast-Prozess verzichtet. Das IFP Modell der Seneca Controlling Software basiert auf der Annahme der Generierung von Plandaten in der FC-Ebene. Im Fall der eben genannten Anwender kann projektbezogen das Wording in Plan bzw. Budget geändert werden, wenn unterjährig keine Plananpassungen erfolgen.

Systemische Grundlagen

Positive Datenhaltung
Die Datenhaltung in der Seneca IFP ist grundsätzlich positiv. Das bedeutet, dass sowohl Ertrags-, wie Aufwands-, als auch Aktiv- und Passiv-Positionen ohne negatives Vorzeichen dargestellt werden. Dies betrifft sowohl das IST, als auch Plan bzw. FC.

Negative Werte können dann entstehen, wenn ein Aktiva-Konto ein Haben-Saldo bzw. ein Passivkonto einen Soll-Saldo ausweist. Bei Bilanzkonten greift dabei in vielen Fällen die Sprungkontenlogik.

Bewegungsdaten als Grundlage
Die IFP der Seneca Controlling Software basiert darauf, dass IST-Werte als Bewegungswerte importiert werden, sowohl für die GuV, als auch für die Bilanz. In der Praxis erleichtert das den Datenimport, da einige Vorsysteme nur Soll/Haben Bewegungswerte ausgeben und keinen laufenden Endwert. Zudem können GuV- und Bilanzimport in Seneca damit in einer Routine erfolgen.

In diesem Verfahren muss einmalig eine Abschluss- bzw. Eröffnungsbilanz als Startpunkt der IST-Daten-Erfassung importiert oder ggf. manuell erfasst werden. Dabei erfolgt der Import in die Strukturen «GuV» und «Import-Bilanz». Die Seneca Controlling Software errechnet den laufenden IST-Endwert in der IFP-Bilanz.

Zeitlicher Detaillierungsgrad
Die Seneca IFP basiert auf einer monatsgenauen Kalkulation der Planwerte.
Zahlungsziele können beispielsweise auf Tagesebene erfasst werden, werden allerdings im Ergebnis auf Monate verteilt.

Eine Betrachtung bzw. Planung auf Quartals- bzw. Jahresebene ist möglich.
Dabei ist zu beachten, dass auch bei einer jahresgenauen Planung die Zahlen systemintern auf 12 Monate heruntergebrochen, kalkuliert und für die Betrachtung auf Jahresebene kumuliert werden.